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a magical gaslamp fantasy rpg

Diversity & Realities of Life

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TL;DR:

  • Die Spielwelt ist stark patriachal und von einer sehr dominanten Heteronormativität geprägt.
  • Queere Menschen und Lebensweisen werden nicht systematisch durch z.B. Gesetzgebung diskriminiert, verfolgt oder kriminalisiert. Es gibt aber im gleichen Atemzug auch keine öffentlich gelebte Pride-Kultur.
  • Innerhalb der gesamtgesellschaftlichen Öffentlichkeit wird Vielfalt toleriert, aber ansonsten nicht weiter beachtet (oder anerkannt). Es herrscht eine starke 'Don't ask - don't tell'-Mentalität.
  • Formalrechtlich werden auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene Merkmale wie Geschlecht, Sex, Gender, Sexualität, etc. formal gesehen nicht bei z.B. Zugang zu Ämtern, Positionen, Berufen, usw. berücksichtigt, was nicht automatisch heißt, dass alle Geschlechter auch de facto gleich behandelt werden würden. Auch auf dieser Ebene, haben nicht-männlich lebende/gelesene Begabte oftmals mehr Hürden zu nehmen um ähnliche Ziele (Berufe, Positionen, usw.) zu erreichen. Die Diskriminierung findet heutzutage versteckter, subtiler und unterschwelliger statt.
  • Innerhalb der einzelnen Pfade kann sich dies sehr stark anders manifestieren: es gibt Pfade (Path of Nature), die eine sehr viel höhere Toleranz und auch Akzeptanz gegenüber Vielfalt in allen möglichen Bereichen haben und Individualität wertschätzen - es gibt gleichzeitig auch Pfade (Oathbound, True Sorcery), die sehr viel striktere Normen-Korsetts pflegen und in denen patriarchale Herrschaftsstrukturen und das heteronormative Prinzip sehr viel stärker auch das Leben einzelner beherrschen und jede Abweichung von eben jenen engen Vorstellungen sehr viel stärker sanktioniert - bestraft, verfolgt - wird.

Allgemein (pfadübergreifend)


Auch wenn es innerhalb der aktuellen Ordnung keine formalrechtliche Ungleichbehandlung der Geschlechter gibt und der Zugang zu Berufen, politischen Ämtern, usw. für alle unabhängig von Geschlecht und Sexualität offen ist, ist die Gesellschaft insgesamt klar patriarchal geprägt. In der Lebensrealität der Begabten spielen Geschlecht, Sexualtiät, etc. also durchaus eine Rolle. Das männliche Privileg und die männliche Vorherrschaft werden nur im Formalrechtlichen, was die pfadübergreifende Ordnung und Rahmung (z.B. rechtlich, wirtschaftlich, etc.) angeht, nicht unmittelbar sofort offensichtlich.

Das Zusammenleben der Begabten ist stark von den unterschiedlichen Lebensphilosophien, Mentalitäten, Ansichten und Weltbildern der Pfade geprägt. Zudem können auch Ansichten und Einstellungen innerhalb der Pfade sehr heterogen sein. Diversität auf unterschiedlichsten Ebenen und in verschiedenen Lebensbereichen ist also eine gelebte Normalität. Der Umgang innerhalb der Gesamtgesellschaft ist von vorsichtiger Indifferenz (Gleichgültigkeit und Don't ask, don't tell Mentalität) geprägt. Eine heteronormative Weltsicht ist sehr stark verbreitet.

Es gibt keine direkte und aktive Verfolgung und auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene und aus Sicht der pfadübergreifenden Gesetze keine unmittelbar klare Bevorteilung/Benachteiligung Einzelner anhand von Merkmalen wie Gender, Sex, Sexualität – gleichzeitig gibt es aber auch keine offen gelebte Pride-Kultur, formalrechtliche Anerkennung oder Schutzansprüche bzw. Schutz vor Verfolgung.

Und Verfolgung, Ausschluss, Diskriminierung und Gewalt kann - je nach Pfad - durchaus zur Lebensrealität queerer Menschen gehören.

Magievererbung


Die Besonderheit in der Welt, dass die magische Begabung nur über die weibliche Linie von der Mutter an die Nachkommen weitervererbt werden kann, ist in der Geschichte der Welt nicht automatisch mit einem Herrschaftsanspruch der Hexen einhergegangen.
In der Geschichte der Magie existierten vor dem Verschwinden der Magie durchaus noch stärkere matriachale Strukturen und Lebensweisen. Spuren jener finden sich bis heute (teilweise) in den Coven-Strukturen. Offene matriarchale Strukturen gehören heute zur absoluten Seltenheit und finden sich lediglich vereinzelt in manchen Teilbereichen der Welt. Eher matriachale Elemente oder Eigenschaften finden sich hin und wieder. Das Patriarchat und die patriarchale Ordnung gelten zweifelsohne als dominierendes Prinzip in der heutigen Zeit.

Der Umstand, dass die magische Begabung von den Hexen abhängig ist, hat historisch rückblickend in der Welt dazu geführt, dass Hexen stark objektiviziert und als (wertvolles) 'Eigentum' gar ent-menschlicht wurden. Sie waren häufig und phasenweise - mal mehr, mal weniger und zudem abhängig auch von den jeweiligen Pfadkulturen - einer starken Kontrolle von Außen ausgesetzt und wurden zuweilen für strategische Manöver als Schachfiguren manipuliert.
Aktuell findet diese Kontrolle über die Hexen subtiler statt und ist auf den ersten Blick und häufig auch in der Lebensrealität der Betroffenen nicht sofort spürbar. Diese versteckte Kontrolle und Manipulation durch die Ordnung (nicht per se durch andere Begabte, sondern eher durch historisch gewachsene Traditionen und Strukturen und Selbstverständlichkeiten) ist heutzutage diffus und verschleiert genug, sodass der Widerstand gegen diese Machtverhältnisse etwas gehemmt wird.

Sex, Gender, Sexuality


Es dominiert eine heteronormative Ordnung. Gleichzeitig gibt es keine aktive Verfolgung oder politisch forcierte Diskriminierung gegen jene, die sich dieser heteronormativen Ordnung nicht beugen. Was nicht automatisch heißt, dass Begabte, die sich nicht im heteronormativen Weltbild wiedersehen, nicht Benachteiligung, Diskriminierung, Ausgrenzung oder gar (gewaltsame) Verfolgung erfahren würden. In der Öffentlichkeit dominiert der heteronormativ gedachte Standard. Die 'Abweichung' ist weitgehend ins Private verbannt. Nach dem Motto: "Was hinter verschlossener Tür passiert, muss niemanden interessieren, solange es eben dort auch bleibt." Nischen und Orte haben sich über die Jahrhunderte dennoch entwickelt und Subkulturen sind entstanden, Communities haben sich gefunden und sich in den gesellschaftlichen Nischen eingerichtet. So gibt es Kneipen, Cafés und Treffpunkte, von denen man weiß, dass man dort ähnliche Menschen und Gleichgesinnte finden wird. Auch wenn die Einrichtungen damit nicht offensichtlich werben. Queere Menschen und jene, die durch die heteronormative Dominanz aus der 'Mitte' verdrängt werden, sind trotz der Abwesenheit aktiver Verfolgung und auch ohne eine direkte Kriminalisierung teils mehr Risiken ausgesetzt, insbesondere was militantere und gewaltbereitere Gruppen und Strömungen innerhalb einzelner Pfade angeht.,

Pfadintern


Während pfadübergreifend eine Art "Don't ask - Don't tell"-Mentalität besteht, kann das innerhalb der einzelnen Pfade sehr anders aussehen:

Im Oathbound hat man sehr viel stärkere, strikt patriarchale Ausprägungen, die häufig mit versuchter Unterdrückung von allem einhergehen, was nicht der heteronormativen Norm entspricht. Hier kann es tatsächlich auch zu physischer, psychischer und symbolischer Gewalt kommen. Vereinzelt gibt es Hexen im Oathbound, die durch geschickte Intrige und Manipulation im Hintergrund wirken; Anerkennung bleibt allerdings den Zauberern vorbehalten. Man ist sehr traditionsbewusst und skeptisch gegenüber jeder Form von Wandel - egal in welche Richtung. Der Oathbound rückt nur widerstrebend von den konservativeren Positionen ab: So macht man das schließlich immer so. Darüber wird auch nicht diskutiert. Ein antiquierter Status-Quo, der innerhalb des Pfades dennoch sehr wirkmächtig ist.

Der Path of Nature bildet dabei den starken Kontrast zum Oathbound. Auch wenn im Path of Nature keine offene Pride-Kultur gelebt wird, gibt es in den kleinen Nature-Gemeinschaften durchaus stärkere Gleichstellung und eine generell liberalere, progressivere und schon von der heteronormativen Norm entferntere Mentalität. Innerhalb der Pfadgemeinschaft – wenn man unter sich ist – erfahren Begabte eine hohe Anerkennung und Akzeptanz. Die Vielfalt der Natur ist schließlich ihre Stärke. Das Denken und Streben nach Einheitlichkeit und Standardisierung wird eher als Gewalt betrachtet, die der Mensch der Vielfalt der Natur antut. Allerdings ist man sich in der Regel auch darüber im Klaren, dass es nur zu starken Konflikten führt, wenn man diese Toleranz zu stark nach außen trägt; insofern stößt der Path of Nature in der Hinsicht an den eigenen Pfadgrenzen auch an die Grenzen des eigenen Idealismus und der eigenen Lebensphilosophie. Insofern schließt man sich häufig der "Don't ask, don't tell" Linie an, die pfadübergreifend ein (wenn auch instabiler) Konsens zu sein scheint.

Im Path of Sorcery, wo Blutlinien und Vererbung eine große Rolle spielen, hat sich für Hexen trotz allem kein Anspruch auf Herrschaft oder außerordentliche Mitbestimmung abgeleitet. Es besteht ein sehr stark heteronormativer Mainstream, was mit einer starken geschlechtlichen Arbeitsteilung einhergeht: Die Hexen sind für die Erhaltung und die Erziehung der Nachkommen zuständig. Der Schutz der Familie und des Besitzes ist Aufgabe der Patriarchen, die die Familieninteressen und Pfadinteressen auch nach außen vertreten. Trotz dieser starken Arbeitsteilung erhalten Hexen ob ihrer besonderen Rolle trotz allem Anerkennung und Wertschätzung. Wie stark oder wenig sich die Arbeitsteilung niederschlägt, ist beim True Sorcery sehr stark von den jeweiligen Familienverbunden abhängig. Es gibt durchaus ältere Hexen, die als weise, erfahren und magisch mächtig gelten: Oftmals bemisst sich das auch (aber nicht ausschließlich) an der Menge der Kinder und der überlebten Geburten. Insgesamt lässt sich der Pfad dennoch als hauptsächlich patriarchal und v.a. sehr stark aristokratisch beschreiben.

Im Sacred Path hat man neben dem Nature Path vermutlich die höchste Diversität und Vielfältigkeit was die individuellen Lebensweisen und ihre Akzeptanz angeht. Was beim Sacred Path sehr stark an die gelebte Kultur des Pantheons gebunden ist, zu dem die Begabten als zugehörig erachtet werden und oftmals wird auch aufgrund des Segens der göttlichen Entität sogar eine gewisse Lebensweise, Einstellung, usw. von den Begabten erwartet – was teils für die einzelnen Begabten wiederum Herausforderungen mit sich bringt. Da die meisten Begabten im Sacred Path sich durch den göttlichen Segen sowieso als 'anders' oder 'außerhalb' der allgemeinen gesellschaftlichen Ordnung stehend begreifen, sind sie insgesamt am wenigsten davon bekümmert, was die heteronormative Norm im Mainstream angeht. Gleichzeitig kümmern sie sich selten auch wiederum darum, wie es anderen Begabten ergeht. Auf eine Weise zeichnet sich eine gewisse Blassiertheit und Ignoranz gegenüber dem Struggle anderer aus, die nicht durch das göttliche Privileg gesegnet sind.

Im Arcane Codex wird zwar die formalrechtliche Gleichstellung gerne betont - Ungleichbehandlung erfahren u.a. Hexen oder jene, die sich nicht in der vorherrschenden heteronormativen Norm einfinden können, trotz allem durch den symbolischen und sozialen Druck zum Konformismus hinsichtlich dieser heteronormativen Ordnung. Es gibt sehr starke geschlechtliche Rollenvorstellungen und eine insgesamt sehr konservative Grundeinstellung. Auch wenn der Codex sich - fragt man - gerne als progressiv und tolerant und rational fortschrittlich begreift: Eine gewisse Scheinheiligkeit wird deutlich, wenn es darum geht, auf Worte auch Taten folgen zu lassen. Auch im Codex herrscht am Ende vom Tag das männliche Privileg. Gleichzeitig ähnelt die Sichtweise im Codex noch am meisten der allgemein pfadübergreifenden Umgangsweise, wenn es um Themen von Geschlechtsidentität und Sexualität geht: Dies sind private Dinge, haben dort zu bleiben.

Genereller Disclaimer


Es gibt in der Spielwelt zwar diese gesellschaftliche Sicht auf queere Themen und eine generell stark patriarchale Prägung der Ordnung. Allerdings möchten wir im Forum die Möglichkeit lassen, dass Spielende für ihre Charaktere individuell festlegen können, wie stark oder wenig stark die Charaktere von Verfolgung, Diskriminierung oder Gewalt ausgesetzt sind. Es gibt immer Ausnahmen und Gemeinschaften, in denen es eben nicht so ist, wie Dinge im Mainstream gelebt werden: Das kann dabei in jede mögliche Richtung gehen. Achtet also bei Charaktererstellung und Spiel darauf, keine universalen Regeln zu definieren, die dann für alle anderen auch gelten müssten, damit es Sinn macht, und falls es dazu Fragen, Überlegungen oder auch Wünsche gibt, dann meldet euch gerne im Support. Das Forum und das Spielsetting kann sich auch fortlaufend weiterentwickeln und entsprechend mit neuen Ideen usw. auch verändern.

Grundsätzlich betrachten wir diese Themen aus einer feministischen und gesellschaftskritischen Perspektive und wünschen uns daher einen differenzierten, sensiblen und im Rahmen des Spiels angemessenen, rücksichtsvollen und respektvollen Umgang mit diesen Themen und den Mitspielenden im Forum. Auch wenn Charaktere bestimmte Einstellungen vertreten möchten, bitte wir auf Ebene der Spielenden um einen sensiblen und reflektierten Umgang. Da sich niemand möglicher blinder Flecken freisprechen kann, bitten wir insbesondere auch um einen produktiven und dialogorientierten Umgang, insbesondere bei Themen, mit denen wir uns einen umsichtigen Umgang wünschen. Sollte es zu Missverständnissen kommen oder z.B. unpassende Formulierungen auffallen, klärt einander bitte darüber auf und gebt produktives Feedback zur Verbesserung.