Sacred Path
With us your faith will be unshakeable.
TL;DR:
- Philosophie: Magie als göttliches Geschenk
- Zahlenmäßig klein (paar tausend Begabte)
- Begabte als Werkzeuge/Vessels ihrer Gottheiten
- Rite of Passage: (1) Göttliche Berührung (Zeichen deuten), (2) Prüfung der Würdigkeit (sehr persönlich, einzigartig)
- Eigenes Schicksal zu erfüllen – lebenslange Aufgabe
- Magiepraxis: Spirituell, religiös – Gebete, Rituale, Gesänge, Anrufungsmagie, religiöse Symbole
- Höherer Bewusstseinszustand ermöglicht gewaltige Magie
In der Lehre des Sacred Paths ist man davon überzeugt, dass die Magie ein Geschenk von Göttern ist. Sie sind auserwählt und gesegnet. Wer von den Göttern auserwählt wurde, der erlangt durch die göttliche Gabe besonders mächtige Magie. Dem eigenen Gott entsprechend das Leben zu widmen und in ihrem Sinne zu handeln, ist Teil der Erfüllung des eigenen Schicksals.
Kernphilosophie und Weltanschauung
Der Sacred Path vertritt die Überzeugung und Lehre, dass es übernatürliche, göttliche Entitäten gibt (die es tatsächlich gibt!), durch die Begabte gesegnet und mit magischen Fähigkeiten beschenkt werden. Alle Begabten - unabhängig davon, in welchen Pfaden sie eingebunden sind - wurden von diesen Göttern mit den magischen Kräften beschenkt. Es gilt als Gottesbeleidigung und Sünde, wenn Begabte dieses Geschenk nicht würdigen und ihren Göttern nicht dienen. Leider kommt es sehr oft vor - häufiger als man im Sacred Path gut findet; aber sonst gäbe es die anderen Pfade ja nicht. Durch eine Reihe von Ritualen, Gebeten oder gottesdienenden Taten, werden die Götter dazu angerufen, Magie zu schenken, und sie durch die Begabten hindurch zu wirken, die in ihrem Willen handeln und ihr Werk auf der Erde vollbringen. Die Begabten des Sacred Paths begreifen sich oft als Werkzeuge ihrer Götter, als Vesseln, durch die die magisch göttliche Kraft wirken kann. Tatsächlich können die Begabten des Sacred Paths ihre eigentlichen magischen Kräfte um ein vielfaches mittels ihrer pfadeigenen Methoden und Techniken verstärken und weit über das Maß, das anderen Pfaden möglich ist, mächtige Magie wirken. Auch wenn das Risiko des Ausbrennens (die letzte große Opfergabe der Begabten) durchaus auch für Mitglieder des Sacred Paths real ist, ist das Risiko im Vergleich zu der Magiemacht, die sei wirken können, sehr viel geringer, als bei anderen Pfaden.
Glaube in die eigenen Fähigkeiten, Hingabe zu den Gottheiten, denen sie dienen und unerschütterliche Überzeugung sind die wichtigsten Tugenden innerhalb des Sacred Paths - hinzu kommen allerlei Tugenden und Regeln, die durch die jeweiligen Götter auferlegt werden. In keinem anderen Pfad gibt es so viele Verhaltensregeln und Handlungsmaximen zu befolgen oder ein so kompliziertes Geflecht aus Gesetzen und Regeln, und dazugehörige Strafen und Sanktionen, bei einem Regelverstoß oder Fehlverhalten, wie im Sacred Path.
Aber sie sind auserwählte, sie sind gesegnet und beschenkt und sie sind von den Göttern berührt.
Initiation und Aufnahme
Das
Rite of Passage des Sacred Path besteht aus zwei wichtigen Momenten: (1) göttliche Berührung und (2) Prüfung der Würdigkeit.
Die
göttliche Berührung erfahren jene, die durch Gottheiten als würdig gekennzeichnet werden und damit auserwählt wurden, der Magietradition des Sacred Paths zu folgen, irgendwann im Laufe ihres Lebens. Es handelt sich dabei oft um besondere Momente, kleine Wunder oder andere Zeichen, die mit den Begabten und der Gottheit in Verbindung gebracht werden. Im Sacred Path ist man hoch spezialisiert auf die Deutung von göttlichen Zeichen. Gerade bei Kindern, die im Kreise des Pfads aufwachsen, wird sehr darauf geachtet. Eine besondere Sternenkonstellation zur Geburt, ein außergewöhnliches äußerliches Merkmal, ein besonderer Moment... - alles kann theoretisch schon ein Hinweis darauf sein, dass Begabte von einer Gottheit gesegnet und auserwählt wurden. Man muss nur genau hinsehen und man muss die Zeichen zu deuten wissen. Bedauerlicherweise sind gerade Begabte anderer Pfade nicht aufmerksam genug, weswegen viele göttliche Berührungen, gerade bei Begabten, die nicht im Sacred Path aufwachsen, übersehen und nie erkannt werden. Die Hinweise dienen nicht nur der Absicherung,
dass Begabte für den Sacred Path auserwählt sind. Sie dienen auch als Hinweise darauf, von welcher Gottheit die Begabten auserwählt wurden.
Daran schließt sich der zweite Teil des
Rite of Passage an: die
göttliche Prüfung.
Ist man sich recht sicher, durch welchen Gott ein Begabter oder eine Begabte auserwählt wurde, dann müssen verschiedene Prüfungen im Sinne dieser Gottheit absolviert werden, um zu beweisen, dass die Begabten auch wirklich
würdig sind. Je nach Gottheit können diese Prüfungen sehr unterschiedlich aussehen. Wie die Prüfungen aussehen, legen die Tempelleitungen und Ältesten aus dem Pfad fest, die dieser Gottheit bereits dienen. Dabei muss nicht jede Prüfung gleich sein. Es gibt keine Standardprüfung, die alle absolvieren müssen, die z.B. vermutlich von Zeus auserwählt wurden. Diese Prüfungen sind sehr
persönlich und
einzigartig.
Hintergrund hierfür ist, dass jeder Begabte und jede Begabte, die durch eine Gottheit auserwählt wurde ein
eigenes Schicksal zu erfüllen hat. Dieses kann bis ans Lebensende der Begabten ein Rätsel bleiben. Das eigene Schicksal zu ergründen ist eine der fortlaufenden Aufgaben, die alle Begabten, die dem Sacred Path angehören, betrifft. Götter kommunizieren niemals klar und deutlich. Es gilt, die Hinweise, die sie geben, zu enträtseln und dann nach bestem Wissen im Sinne der eigenen Gottheit zu dienen und darauf zu vertrauen, dass die Götter einen Plan haben.
Magische Praxis, Stil und Hilfsmittel
Der Magiestil der Begabten des Sacred Paths ist oft sehr spirituell und religiös, sie nutzen Gebete, religiöse Rituale und Gesänge und nutzen Anrufungsmagie, um die Kräfte ihrer Gottheiten zu kanalisieren und im Sinne ihrer Gottheiten zu wirken. Auch werden oft Artefakte und religiöse Symbole mit eingesetzt.
Begabte aus dem Sacred Path sind nach vielen Jahren des Trainings und Studiums oft dazu in der Lage, sich mithilfe verschiedener Techniken und Methoden in einen
höheren Bewusstseinszustand zu bringen, in dem sie gewaltige Magie wirken können. Sie werden damit quasi vollständig zum Werkzeug ihrer Gottheit.
Ausbrennen ist für die Begabten des Sacred Paths immer ein gewisses Risiko. Tatsächlich ermöglichen die verschiedenen Techniken den Begabten des Sacred Paths gewaltige, mächtige Magie zu vollbringen,
ohne dabei auszubrennen. Gleichzeitig wird das Ausbrennen aber auch nicht unbedingt als problematisch oder negativ erachtet: je nach Gottheiten und Glauben wird das Ausbrennen eher als eine Art Aufstieg betrachtet.
Abhängig von der Gottheit, der die Begabten verschrieben sind, müssen sie strengen, moralischen Prinzipien folgen, was eine ganze Reihe von Magiebereichen tabuisiert und für die Begabten ausschließt. Ihre Magiefähigkeiten sind sehr stark an diesen
Code gebunden und daher oft - so mächtig sie sein können - extrem beschränkt.
Besonderheiten
Der Pfad ist insgesamt sehr
heterogen geprägt, da im Sacred Paths eine ganze Reihe von Pantheons und Gottheiten zusammenkommen. Es bilden sich dahingehend kleinere Gemeinschaften und Gruppen rund um diese Pantheons, die ganz eigenen Traditionen und Riten folgen. Der Pfad selbst ist zahlenmäßig nur ein paar tausend Begabte stark. Daher sind die Tempelgemeinschaften oft auch eher überschaubar was die Gruppenstärken angeht.
Jedes Pantheon und jede Glaubensgemeinschaft wird zunächst als "gleichgestellt" betrachtet, auch wenn sich die großen Pantheon durchaus distanziert und eher ablehnend gegenüberstehen und es durchaus unüberwindbare ideologische Gräben gibt.
Durch diese starke interne Fragmentierung und Spaltung, sind die Machtverhältnisse im Sacred Paths oft fragil und in einem ständigen, häufig auch abrupten Wandel begriffen.
Eine Gruppierung, die heute sehr einflussreich und mächtig ist, kann morgen schon an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt werden.
(Hinweis für Spielende: Die Machtgefüge und sozialen Beziehungsverhältnisse der Götter untereinander bestehen zwar, aber daraus leitet sich nicht automatisch ab, welche Begabten führende oder einflussreiche Positionen innerhalb des Pfades oder der Tempelgemeinschaften innehaben. Auch die Stärke und Macht einzelner Begabter ist nicht automatisch durch die Segnung durch einen überlegenen Gott gegeben. Wer Zeus dient, kann dennoch ein kleines Licht im Gesamtkontext des Sacred Paths sein und was die magischen Kräfte angeht jemandem haushoch unterlegen sein, der Baldur oder Hekate dient.)
Wunderwirkung und Segnung
Universelle Pfadgeheimnisse sind das Wirken von starken Segnungen (z.B. auf größere Gebäude, wie z.B. Tempel, bezogen oder Segnungen, die mehrere Menschen gleichzeitig betreffen und das Wirken von Wundern).
Interne Organisation
Der Sacred Path wird von
drei Begabten geleitet. Meist sind es jene, die sich zuletzt als besonders stark hervorgetan haben und/oder eine besonders große Gefolgschaft hinter sich haben, sodass sie schlicht die dominierenden Kräfte innerhalb des Pfades aktuell sind. (Dies kann sich aber auch sehr schnell ändern.)
Diese Pfadleitungen vertreten die Belange des Pfades in der Regel auch im Hohen Rat.
Der Sacred Path ist in sich sehr heterogen organisiert. Durch die vielen verschiedenen Gottheiten und Pantheons, die im Pfad vertreten sind, gibt es viele Subtraditionen innerhalb des Pfades, die untereinander sehr ambivalente Beziehungen pflegen. Die Machtbeziehungen innerhalb des Pfades sind sehr instabil und es kommt im Vergleich zu anderen Pfaden häufiger zu Wechseln in der Leitung, wenn die Pfadleitungen Einfluss und Ansehen und Akzeptanz innerhalb des Pfades verlieren, was v.a. bei Angehörigen anderer Pantheons usw. schnell passieren kann. Es ist sehr kompliziert, sich im Sacred Path an der Macht zu halten und bedarf viel Aufwand und Energie und Feingefühl - man möchte schließlich keine Gottheit (bzw. ihre Diener:innen) verärgern und ihren Zorn auf sich ziehen.
Nach außen hin steht der Sacred Path sehr geschlossen gegenüber anderen Pfaden.
Pfadwechsel
Verlassen
Den Sacred Path zu verlassen, gleicht einem sozialen Selbstmord. Begabte, die sich von ihren Gottheiten abwenden, erfahren den Zorn jener Gottheiten (auch bei tendenziell friedliebenden Gottheiten) und sind für ihr Leben gezeichnet (oft z.B. in Form von Flüchen). Sie werden aus dem Sacred Path verbannt. Oft ist die Nachwirkung (Flüche, usw.) so stark, dass sie Probleme haben die Rites of Passages anderer Pfade zu absolvieren. Häufig fürchten die anderen Pfade auch, den Zorn der Götter auf sich zu ziehen, wenn sie die Abtrünnigen aufnehmen oder ihnen Zuflucht im eigenen Pfad gewähren, weswegen gemeinhin von anderen Pfaden den 'Abtrünnigen' des Sacred Paths sehr viel Skepsis entgegengebracht wird. In der Regel gibt es für Abtrünnige des Sacred Paths nur einen Weg nach dem Sacred Path: sie werden Teil der Lost Ones.
Spätere Aufnahme
Begabte, die später Erleuchtung erfahren und lange Zeit auf falschen Pfadwegen unterwegs waren und zum Sacred Path wechseln wollen, sind eher willkommen. Auch wenn das Rite of Passage für diese Begabten sehr aufwendig und langwierig ist, da sie sich in der Regel erst einem sehr aufwendigen Cleansing-Ritual unterziehen müssen, das mehrere Jahre dauern kann, ehe sie zu den eigentlichen Rites of Passages zugelassen werden und im Kreise der Auserwählten akzeptiert werden.
... in der Welt
gegenüber anderen Pfaden
Da die meisten, die der Magietradition des Sacred Paths folgen, einem bestimmten Verhaltenscodex folgen
müssen und an sehr, sehr viele Regeln gebunden sind, macht es zuweilen auch eine Zusammenarbeit mit den anderen Pfaden eher schwierig, weil z.B. eine Kooperation mit dem
Oathbound Path fast kategorisch ausgeschlossen ist. Es ist sehr kompliziert, Schlupflöcher für Kooperation zu finden und eben dieses finden von Schlupflöchern wird oft schon wieder kritisch verurteilt. Eine Kooperation mit dem
Arcane Codex oder
Path of Nature ist hingegen einfacher. Gemeinhin vertritt der Sacred Path die Einstellung als moralisch überlegene Instanz die wichtigen Entscheidungen für die Gesamtheit der magischen Welt treffen zu können, denn hinter ihnen stehen schließlich die mächtigsten Wesen, die Götter selbst. Dass dies in der Realität oft nicht so leicht geht und ihre Empfehlungen nicht immer auch umgesetzt werden, ist einfach ein Problem, wenn man es mit Ungläubigen zu tun hat. Sehr leidlich das alles.
Berufsfelder
Je nachdem, welcher Gottheit die Begabten dienen, können manche Berufsfelder eher naheliegend sein, als andere. Hier kommt es also sehr auf die Gottheit und ihre Schwerpunkte an. Kein anderer Pfad geht gleichzeitig mit der Schwierigkeit einher, dass viele Berufsfelder kategorisch
nicht in Frage kommen, da die Tätigkeiten z.B. den Idealen der eigenen Gottheit widersprechen.
Viele Begabte aus dem Sacred Paths arbeiten im Umfeld der
Garde oder
Turm der Heilung. Gleichzeitig fühlen sich manche Begabte aus dem Sacred Path regelrecht für
höhere Ämter berufen und es hat sich gemeinhin auch etabliert, dass für bestimmte Posten, wie z.B. im
Hohen Gericht durchaus auch Begabte bevorzugt behandelt werden, die Justicia dienen.