Path of Nature
To walk the Path of Nature is to understand: magic is not ours to take,
but a covenant between the wild and the willing.
TL;DR:
- Philosophie: Magie durchdringt und beseelt alles – Begabte schützen und bewahren Magie
- Älteste Magietradition (wirkt urtümlicher, wird oft als "primitiv" missverstanden)
- Große Macht = große Verantwortung; Leben in Balance mit der Natur
- Magie entzieht sich Logik/Gesetzmäßigkeiten. Sie ist wissenschaftlich nicht erfassbar
- Rite of Passage: Spirituelle Reise zu sich selbst (allein, ohne weltlichen Ballast, minimale Magieanwendung)
- Sehr persönlich, individuell – oft fehlen Worte zur Beschreibung
- Magiepraxis: Ruhig, langsam, bedacht, gefühlvoll, intuitiv, präzise
- Jeder Zauber/Ritual einzigartig; Hilfsmittel sparsam (natürlicher Zustand)
Kernphilosophie und Weltanschauung
Die Magietraditionen des Path of Nature sind sehr
naturverbunden und gehören mit zu den ältesten Praktiken. Im Vergleich zu den Magieformen anderer Pfade wirken dies Praktiken im Path of Nature oft etwas urtümlicher. Andere Pfadtraditionen betrachten die Magieweisen des Path of Nature oft als "primitiv" oder "simpel" - tatsächlich entzieht sich jenen, die nicht selbst dieser Tradition folgen, ihre Komplexität. Die Magie des Path of Nature zeichnet sich durch eine Komplexität aus, die sich nicht mit Logik oder Gesetzmäßigkeiten einhegen lässt. Entsprechend anspruchsvoll ist die Tradition, die sich einer wissenschaftlichen Erfassung fast vollständig entzieht.
Begabte des Paths of Nature glauben, dass Magie eine übernatürliche, eigene Kraft ist und alles durchdringt und die Welt regelrecht beseelt. Menschen - auch Begabte - sind nur einfach nicht mit entsprechend guten Sinnen gesegnet, um die gesamte Welt der Magie wahrnehmen zu können. Begabte sind nur etwas fähiger als Menschen ohne Magiebegabung, wenn es um die Wahrnehmung von Magie geht. Allerdings sind auch, so die Überzeugung des Path of Nature, die Begabten nicht dazu in der Lage die Gesamtheit der Welt der Magie wahrzunehmen. Da gibt es noch so viel mehr, was auch den Begabten völlig verschlossen ist.
Für die Begabten, die der Tradition des Path of Nature folgen, ist Magie schützenswert. Magie ist gut. Allerdings kann es sein, dass Menschen Magie für böse Zwecke nutzen und damit korrumpieren. Menschen, die Zugang zur Magie haben, sind, so die Überzeugung, damit beauftragt, alles Magische in der Welt zu schützen und zu bewahren. Magie sollte immer mit Bedacht, Vorsicht, Umsicht und Verantwortung genutzt werden.
Die Fähigkeit, Magie wahrzunehmen und zu nutzen, geht mit der Möglichkeit mächtiger Magiewirkung einher. Diese Fähigkeit viel in der Welt durch Magie zu verändern und Einfluss zu nehmen, bedeutet, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Magie und gegenüber allen Lebewesen und der natürlichen Welt sehr wichtig ist: Große Macht bringt große Verantwortung mit sich.
Ein Leben in Balance und im Einklang mit der Natur ist ein fundamentaler Bestandteil der Mentalität und Philosophie der Tradition des Path of Nature. Eben durch diese Nähe zu Natur, Pflanzen- und Tierwelt haben Begabte des Path of Nature oft Fähigkeiten, die den Begabten, die anderen Traditionen folgen, völlig verwehrt sind, wie z.B. die Fähigkeit Tiergestalten anzunehmen.
Die Begabten des Path of Nature leben oft ein zurückgezogenes Leben innerhalb ihrer kleinen Gemeinschaften. Sie wählen spezielle Aufgabenbereiche innerhalb der Gemeinschaft, die ihnen besonders liegen, wie z.B. Heilung, Pflege von Kranken und Verletzten und Genesenden, sie kümmern sich um die Kräutergärten und Baumschulen der magischen Welt und hüten magische Tierwesen und kümmern sich um ihr wohlergehen.
Initiation und Aufnahme
Das
Rite of Passage im Path of Nature steht grundsätzlich allen Begabten offen. Es handelt sich dabei um eine Art von Prüfung. Allerdings ist es keine, auf die man sich mit Lernen oder Training vorbereiten kann. Anwärter:innen werden auf eine spirituelle Reise geschickt. Dies kann tatsächlich bedeuten, dass sie sich auf eine Wanderung begeben. Wichtig ist, dass sie diese Reise alleine unternehmen. Es ist eine Reise zu sich selbst und zur inneren Mitte. Diese Reise kann alle möglichen Formen annehmen. Begabte sollen sich für die Magie der Welt dabei öffnen. Eine Bedingung ist, sich von allem weltlichen und nicht-magischen "Ballast" für diese Zeit zu befreien. Auch ist die Magieanwendung während der Reise auf ein absolut notwendiges Minimum zu beschränken, da die Magie der Welt zu den Begabten sprechen soll und dies Flüstern nicht von der eigenen Magie übertönt werden soll.
Häufig finden Begabte in Zuge des Rite of Passage ihre speziellen magischen Bezugspunkte, wie z.B. Tierformen, zu denen sie sich besonders verbunden fühlen oder Pflanzen oder natürliche Umgebungen, die auf eine Weise zu ihnen sprechen, Orte, an denen sie "ankommen" und ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zuhause auf einer völlig anderen Ebene erfahren.
Für die Begabten, die dieses Rite of Passage absolvieren, und zu diesem Selbst und Ich und ihrer Mitte finden, ist es häufig sehr viel herausfordernder, nach dem Rite of Passage wieder in den Alltag zurückzufinden. Nicht wenige Begabte kehren nach ihren Pflichtjahren in Oxford z.B. an die Orte zurück, wo sie diese spirituelle Erfahrung gemacht haben und zu denen sie sich auf eine magische Weise besonders verbunden fühlen.
Dabei sind diese spirituellen Erfahrungen und Momente, die das spezifische Rite of Passage markieren sehr individuell, einzigartig und höchst persönlich. Oft sprechen Begabte auch nicht darüber. Nicht unbedingt, weil man nicht darüber spricht oder die Erfahrungen nicht geteilt werden dürfen: eher, weil ihnen die Worte fehlten, die Erfahrung angemessen auszudrücken. So bleibt der genaue Ablauf dieser Rite of Passages, wie sie im Path of Nature erlebt werden, für andere ein Mysterium.
Magische Praxis, Stil und Hilfsmittel
Die Zauber und Rituale der Tradition des Path of Nature sind oft ruhiger, leiser und häufig bedarf es viel mehr Zeit, um Rituale und Zauber umzusetzen. Die Magieweisen gelten als umständlich und langsam. Zeit als wertvolle Ressource wird im Path of Nature sehr geschätzt. Allerdings gilt es weniger, Zeit einzusparen, sondern sich die Zeit zu nehmen. Magie wird mit Bedacht und Umsicht gewirkt. Sorgsam und genau wird dabei vorgegangen.
Natürlich weiß man auch im Path of Nature, dass zuweilen Hast geboten ist. Unter bestimmten Ausnahmebedingungen ist der spärliche Einsatz von Hilfsmitteln, wie Steinen, Pflanzen, Tränken, Kristallen, usw. auch erlaubt. Dabei gilt es, diese Hilfsmittel maßvoll umzusetzen. Und die genutzten Hilfsmittel sollten immer so weit möglich in ihrem natürlichen Zustand belassen werden. Eine magische Bearbeitung sollte auf ein Minimum reduziert werden.
Die Magiepraktiken im Path of Nature orientieren sich wenig an festgeschriebenen Formeln, Gesetzmäßigkeiten oder kontrollierten Methoden. Die Magieweise ist gefühlvoller, intuitiver, ruhiger und gleichzeitig spezifischer. Jeder Zauber ist einzigartig, jedes Ritual ein Unikat und die Zauber und Rituale werden als solche auch gewürdigt. Dieser Stil macht die Magie des Path of Nature sehr genau, sie wirkt feinfühlig und wenn die Zeit gegeben ist, sich intensiv mit der gewünschten Magiewirkung zu befassen, dann gibt es kaum eine Magieweise, die so präzise und genau und so kontrolliert ist und entsprechend so wenig Risiko für ungewünschte Nebeneffekte mit sich bringt.
Begabte, die der Tradition des Path of Nature folgen, gehören mit zu jenen, die allein durch diese bedachte Magiepraxis seltener an Ausbrennen umkommen. Das Risiko zum Ausbrennen ist genauso hoch, wie bei anderen Pfaden. Die genaue und präzise Magieweise bewahrt die Begabten lediglich eher davor, Grenzen versehentlich zu überschreiten.
Besonderheiten
Tierverwandlung
Nur Begabten, die der Tradition des Path of Nature folgen, können die Fähigkeit Erlernen, sich in Tiere zu verwandeln. Dabei kann es sein, dass Begabte eine spezifische Tierform haben, in die sie sich verwandeln können - es ist auch möglich, dass es mehrere gibt. Dies variiert von Person zu Person. Es ist eine spezifische Eigenheit, die als
Pfadgeheimnis anderen Pfaden völlig verschlossen bleibt. Die Fähigkeit zur Tierverwandlung, kann auf unterschiedliche Weise gelernt und trainiert werden. Jede Verwandlung geht immer mit einem gewissen Risiko, wie Ausbrennen, aber z.B. auch des Steckenbleibens und sich selbst im Tier verlieren einher. Bedacht und Umsicht sind hier essentiell.
Interne Organisation
Dem Path of Nature stehen in der Regel drei Älteste vor.
Diese Begabten haben die Interessen des Path of Nature oft schon z.B. durch Ämter im Hohen Rat innerhalb der gesamten magischen Gemeinschaft vertreten und sich einen gewissen Ruf und Respekt innerhalb des Path of Nature erarbeitet. Sie gelten als besonders weise, erfahren und haben eine Vorbildfunktion in der Art und Weise wie sie die Magietradition leben.
Gemeinschaftliches Miteinander, gegenseitige Unterstützung, Solidarität und Hilfsbereitschaft sind Werte, die durch die Angehörigen des Pfads tagtäglich gelebt werden. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer. Es gibt auch Angehörige des Pfades, die ein Leben als Einsiedler weit weg von anderen Menschen vorziehen und auch dieser Lebenswandel ist valide und wird respektiert. Man kann auch Teil einer Gemeinschaft sein, ohne vor Ort anwesend zu sein. Im Geiste sind sie vereint. Nicht alle Begabten leben und praktizieren die Philosophie des Pfades gleichermaßen intensiv. Es heißt, jede:r müsste und dürfte seinen eigenen Weg finden - gleichzeitig hält sich die gelebte Toleranz gegenüber dem hoch gesteckten Ideal wiederum in Grenzen.
Die Ideale des Path of Nature sind sehr hoch gesteckt und oftmals gelingt es nicht, diese in der Praxis auch umzusetzen. So gibt es durchaus Spannungen und Konflikte innerhalb des Pfades, v.a. Streit über bestimmte Auslegungen der Pfadtraditionen. Oft werden Konflikte auf individueller Basis ausgefochten. Es ist dem Pfad insgesamt ein Anliegen, dass interne Konflikte nicht nach Außen dringen und das Bild vom besonnen, weisen und vernünftigen, unaufgeregten Pfad nach außen hin gewahrt bleibt.
Pfadwechsel
Verlassen
Es ist möglich, den Path of Nature zu verlassen. Begabte, die sich von der Tradition abwenden, erfahren eine starke emotionale, psychische Belastung und Verletzung, die oft als extrem empfundene Enttäuschung und Vorwurf wahrgenommen wird. Dies kann emotional, körperlich und magisch bemerkbar werden. Begabte bilden unter Umständen gewisse Symptome aus, die Krankheiten ähneln. Auch Jahre nach dem Verlassen des Pfades - auch wenn zwischenzeitlich ein neues Zuhause in einer anderen Tradition gefunden wurde - wirkt diese emotionale und magische Trauma nach.
spätere Aufnahme
Ein späteres Wechseln in den Path of Nature ist immer möglich. Es musst das Rite of Passe absolviert werden. Wurde es erfolgreich absolviert, werden auch Menschen, die später im Leben in den Pfad wechseln, mit offenen Armen willkommen geheißen. Tatsächlich ist es im älteren Lebensalter für die Wechselnden oft schwieriger, sich auf die Pfadtraditionen einzulassen und sich von vorgefassten Denkmustern zu befreien, um das Rite of Passage erfolgreich zu absolvieren. Jüngeren Begabte, die in ihrem Denken und ihren Überzeugungen noch nicht so festgefahren sind, haben es da einfacher.
Es ist oft inneren Widerständen und gemachter Lebenserfahrung zuzuschreiben, dass Menschen, die später im Leben in diese Magietradition wechseln, konstant und immer wieder Schwierigkeiten haben, sich völlig auf die Magietradition einzulassen. Ihre magischen Kräfte bleiben daher oft auf mittlerem Niveau und scheinen nach oben hin gedeckelt.
Es ist bekannt, dass erlebtes Trauma im Leben durchaus eine Blockade für die Anwärter:innen darstellen kann, sodass das Absolvieren des Rite of Passage fast unmöglich erscheint. Der Path of Nature nimmt Anwärter:innen als solche dennoch auf und Mitglieder der Tradition, die in den Künsten von mentaler und körperlicher Heilung geübt sind, helfen oftmals bei der Überwindung innerer Blockaden. Die Anwärter:innen, denen durch diese inneren Blockaden ein Rite of Passe
noch verwehrt ist, erhalten einen Sonderstatus als besonders vulnerable und schützenswerte Personen innerhalb des Path of Nature. Auch wenn die magischen Kräfte der Anwärter:innen auf einem niedrigen Niveau verbleiben, bis sie das Rite of Passage erfolgreich absolvieren konnten, erhalten sie im Umfeld des Pfades sinnstiftende Aufgaben. Die geschwächten magischen Kräfte werden im Path of Nature nicht als persönliche Schwäche oder als Grund für Ausschluss oder Benachteiligung betrachtet.
... in der Welt
Gegenüber anderen Pfaden
Die Begabten, die der Tradition des Path of Nature folgen, gelten oft als kooperativ und besonders teamfähig.
Der Path of Nature gilt als einer der ursprünglichste und ältesten der Magiepfade und darauf bildet man sich auf eine Weise auch etwas sein und dies prägt auch das Selbstverständnis des Pfads selbst und auch ihr Auftreten gegenüber anderen. Allerdings ist es weniger Arroganz oder Überheblichkeit, als vielmehr die in sich ruhende Gewissheit, der richtigen Tradition zu folgen.
Zuweilen ist der Path of Nature auf seinen ganz eigenen Wegen unterwegs und verfolgt ganz eigene Ziele (z.B. im Hinblick auf die Bewahrung von magischer Natur), sodass die Themen und Probleme, mit denen sich beispielsweise andere Pfade befassen, sehr weit weg erscheinen. Es ist das Leben in der "modernen" Welt der Magie, mit dem man sich nur bedingt und punktuell auseinandersetzt. Insofern mischt der Path of Nature selten im Politischen mit. Der Path of Nature ist dafür bekannt, eher eine
neutrale Position in den politischen Debatten und Streitthemen einzunehmen. Lediglich bei der Thematik der Entwicklung des Schwarzen Goldes vertritt der Pfad eine sehr kritische und ablehnende Haltung: die Manipulation von Magie in der Form und dem Umfang wird als absolut moralisch verwerflich betrachtet. Insofern hat sich zwischen dem Arcanen Codex und dem Path of Nature jüngst ein gewisser Konflikt entwickelt.
Berufsfelder
Begabte des Paths of Nature findet man in allen möglichen Berufsfeldern, v.a. jenen, die der Philosophie und Lebensweise der Tradition besonders nahe sind. Sie kümmern sich um magische Tierwesen, unterhalten Kräutergärten und Baumschulen. Sie sind häufig im Bereich von magischer Heilung und Pflege zu finden. Jene, die sich v.a. zum Schutz berufen fühlen, finden ebenso Anstellungen in der magischen Garde.
Schutz und Zuflucht im Path of Nature
Der Path of Nature hat eine spezifische Besonderheit, die historisch gewachsen ist. Immer wieder finden Schutzsuchende, die z.B. ihre ursprünglichen Pfade verlassen haben, Zuflucht in den Gemeinschaften, die der Tradition des Path of Nature folgen. Eine gewisse Offenheit und Schutzgewährung gegenüber jenen, die ausgestoßen, verstoßen oder verfolgt sind, ist dem Pfad gewissermaßen mit eingeschrieben. Diese Praxis wird nicht von allen im Pfad gleichermaßen gutgeheißen oder unkritisch akzeptiert.
Nicht alle, die verfolgt werden, sind auch gleichzeitig unschuldig, ungefährlich und schutzbedürftig. Und man möchte keinen Straftätern Zuflucht gewähren.
Dennoch bietet der Pfad auch jenen Zuflucht und Schutz, die selbst nicht der Tradition des Path of Nature folgen. Unabhängig davon, ob die Zufluchtsuchenden noch den Traditionen anderer Pfade folgen oder sich gerade in einer Phase des Wechsels befinden. Es ist auch nicht notwendig, dass Zufluchtsuchende später in die Tradition des Path of Nature wechseln (auch wenn die Erwartung manchmal durchaus mitschwingt; je nachdem, wie lange Schutz und Sicherheit und Obhut gewährt wird).
Dabei sind auch die Ressourcen des Path of Nature nicht unendlich und auch wenn sie häufig im Sinne von Hilfsbereitschaft auch
Lost Ones unterstützen, können sie natürlich nicht alle retten.