Gesetze und Strafen
In the magical world, justice is not about innocence — it is about control.
TL;DR:
- Es gibt pfadübergreifende Gesetze der Gesamtgemeinschaft und pfadinterne Gesetze der einzelnen Pfade.
- Pfadgesetze können Handlungen erlauben, die nach allgemeinem Recht Straftaten sind – und umgekehrt.
- Pfadübergreifende Fälle werden vor dem Hohen Gericht in Oxford verhandelt.
- Die meisten Strafen sind Geld-oder Dienststrafen: Freiheitsstrafen sind selten und immer lebenslang.
- Dienststrafen gehen oft mit Namensverlust und magischem Bund einher und können generationenübergreifend sein.
- Verbannung macht Betroffene zu Lost Ones und schwächt ihre Magie dauerhaft.
- Magische Bünde zur Einschränkung oder Unterdrückung von Magie können nur vom Oathbound Path gewirkt werden.
Gesetze der Gesamtgemeinschaft
Die magische Welt hat ihre eigenen Gesetze und Strafen. Da die magische Bevölkerung der Begabten eher überschaubar ist, ist das Rechtssystem mit seinen dazugehörigen Institutionen (Gericht, Strafvollzug, usw.) nicht so stark ausdifferenziert. Es gibt allgemeine Gesetze, die pfadübergreifend auf der Ebene der Gesamtgemeinschaft gelten und es gibt pfadinterne eigene Gesetze, die sehr spezifisch sein können. Formal sind die allgemeinen Gesetze den pfadeigenen Gesetzen übergeordnet.
Pfadinterne Gesetze
Jeder Pfad hat seine eigenen Verhaltensregeln und pfadinterne Gesetze, an die sich die Pfadmitglieder halten und deren Verstöße auch pfadintern geahndet werden.
Probleme
- Es ist möglich, dass etwas gemäß der allgemeinen Gesetze eine Straftat ist, allerdings innerhalb eines Pfades nicht. Gleichfalls ist es möglich, dass etwas innerhalb eines Pfades eine Straftat ist, allerdings auf der Ebene der allgemeinen Gesetze nicht unter die Definition einer Straftat fällt.
- Es ist möglich, dass die Sanktionen, die pfadintern auf eine Strafe folgen, die gegen pfadinterne Gesetze verstößt, auf der Ebene der allgemeinen Gesetze wiederum selbst eine Straftat ist (wäre).
- Aufgrund dieser Unterschiede, werden viele Delikte gar nicht erst angezeigt. Die Pfade klären Verbrechen und Konflikte tendenziell intern. Dinge, die über einen einzelnen Pfad hinaus gehen - z.B. weil Mitglieder unterschiedlicher Pfade involviert sind - können oft aufgrund der völlig unterschiedlichen pfadinternen Gesetze eben nicht pfadintern geklärt werden. Diese Fälle werden dann auch zur formalen Anzeige gebracht und das hohe Gericht bzw. seine Verwaltungseinheiten befassen sich damit.
- Diese Tendenz der Pfade, die allgemeine Gesetzgebung und das Rechtssystem der Gesamtgemeinschaft zu untergraben, macht das gesamte System von Gesetzen, Recht und ordentlichen Strafen (Sanktionen) sehr instabil.
Dieser Konflikt zwischen den Gesetzsystemen ist spieltechnisch gewollt.
Gesetze und Regelungen
Diebstahl, Mord und Totschlag, Gewaltverbrechen gegen Menschen, Vandalismus, Handel mit illegalen Substanzen, Tierwesen/Tiererzeugnissen und Objekten gelten in der magischen Welt als Straftaten und werden entsprechend auch verfolgt und sanktioniert. Je nach Schwere der Tat können Sanktionen stark variieren.
Pfadübergreifend geregelt ist z.B.:
- der Umgang mit anderen magischen Begabten (unabhängig vom Pfad und den pfadeigenen Kulturen),
- der Umgang mit magischen Wesen, Pflanzen und der magischen Umwelt (z.B. Schutz besonderer Orte, wie Tempel, Lebensräume von magischen Wesen, wie z.B. Lebensraum von Einhörnern usw.) und
- der Umgang mit Nicht-Begabten. Darüber hinaus sind
- Eigentums- und Besitzstreitigkeiten,
- Schadensfälle (bei z.B. mutwilliger oder fahrlässiger Beschädigung des Eigentums anderer) und
- Gewalt gegen andere Personen (Begabte und Nichtbegabte) pfadübergreifend gesetzlich geregelt.
Die meisten
familienbezogenen Fälle (z.B. Erbe, Elternschaft, Ehen, Scheidungen, Kindeswohlfragen, usw.) werden wiederum
innerhalb der Pfade geregelt. Ausnahmen bilden Fälle, die aufgrund von Beziehungen über Pfade hinweg mehrere (min. 2) Pfade betreffen, was die Aushandlungen dann schon wieder kompliziert werden lassen kann. Diese Fälle werden als Einzelfälle dann oft auch auf übergeordneter Gerichtsebene durch das Hohe Gericht geklärt.
Zuständig für die Verfahren pfadübergreifender Gesetze ist das
Hohe Gericht (in Oxford). Pfade mögen daneben intern eigene Gremien und Verfahren haben.
Sanktionen
Die meisten Verbrechen werden mit Geld- oder Dienststrafen sanktioniert. Nur in besonders schweren Fällen gibt es Freiheitsstraffen oder Verbannung. Freiheitsstrafen im Gefängnis gibt es nur für lebenslange Sanktionen. Alles andere wird durch andere Sanktionen geregelt.
Sonderfall: Freiheitsstrafe und Gefängnis
Das kleine magische Gefängnis befindet sich an einem geheimen Ort, der nur mit magischer Hilfe erreicht werden kann. Es ist umfassend magisch abgesichert und dient primär zur
Sicherheitsverwahrung von besonders gefährlichen Begabten, die hier aufgrund der Schwere ihrer Vergehen eine
lebenslange Strafe absitzen müssen. Das Wegsperren von gefährlichen Begabten dient auch zum Schutz der Allgemeinheit vor eben diesen. Diese Begabten werden durch eine Vielzahl magischer Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. mächtige magische Banne, magisch so stark gehemmt, dass sie nicht in der Lage sind, ihre magischen Kräfte zu nutzen.
Mögliche Sanktionen
- Geldstrafe:
- Der angerichtete Schaden gegenüber Objekten, Menschen, Wesen, bzw. der Allgemeinheit wird durch Geldstrafen ausgeglichen. Je nach Schwere der Tat können diese sehr hoch ausfallen, was zu einer jahrzehntelangen Verschuldung führen kann. Die Höhe des Einkommens wird nicht berücksichtigt. Wer kein Geld hat, sollte sich besser keinen Schaden anrichten. Im Zweifel kann es sein, dass die Geldstrafe an die Nachkommen vererbt wird. So kann es dazu führen, dass ganze Familien über mehrere Generationen hinweg auf dem existentiellen Minimum leben müssen, egal wie viel einzelne Mitglieder durch Erwerbstätigkeiten verdienen.
- Dienststrafe und Namensverlust:
- Dienststrafen sind Strafen, die zum Dienst verpflichten. D.h. die Verurteilten bekommen Aufgaben und müssen fast vollständig unentgeltlich arbeiten. Sie werden immer Dienstherren unterstellt, an die sie durch einen magischen Bund (siehe Oathbound Path) gebunden werden. Die Dienstherren sind den Verurteilten auf eine magische Weise weisungsbefugt, d.h. dass durch magischen Druck (durch den magischen Bund) die Verurteilten sogar dazu gezwungen werden können, ihre Pflicht zu tun.
- Diese Dienststrafen können ein paar Jahre umfassen, können aber sogar auch über Generationen hinweg gelten. Menschen, die Dienststrafen ableisten, werden oft für Arbeiten eingesetzt, die ansonsten von niemandem verrichtet werden wollen, sehr gefährlich sind, oder deren faire Entlohnung zu teuer wäre.
- Die Dienstherren sind für ihre magisch gebundenen Verurteilten verantwortlich (Versorgung, Unterbringung, usw.). Man findet Menschen, die Dienststrafen ableisten, in allen möglichen Bereichen der magischen Welt. Ihre Behandlung bzw. Lebenssituation kann sehr unterschiedlich ausfallen; statusbedachte Haushalte legen oft auch großen Wert darauf alle, die im Haushalt arbeiten, gut zu versorgen. Angestellten und Untergebenen ein vergleichsweise gutes Leben zu ermöglichen, gilt auch als Statussymbol und Ausdruck des eigenen Reichtums der Herrenhaushalte. Es ist genug da, dass sogar jene, die einer anderen Klasse angehören, gut leben können. Die Kehrseite gibt es natürlich ebenso: Dienstschuldableistenden sind sehr vom guten Willen ihrer Herren abhängig; sie genießen keinen Schutz vor Ausbeutung oder schlechter Behandlung, da sie für die Zeit der Dienstschuld kaum Rechte besitzen.
- Bei Vergehen, die mit Dienststrafen (v.a. wenn diese über Generationen hinweg reichen) einhergehen, wird den Bestraften der ursprüngliche Name genommen. D.h. der Familienname, der einst getragen wurde, wird magisch gebannt (vergessen). Die Bestraften, als auch ihre Nachkommen (unabhängig, ob diese dann noch weiterhin die Dienststrafe ableisten müssen) erhalten Namen, die sie auch klar als Dienstbestrafte bzw. Nachkommen jener kennzeichnen, die der magischen Gemeinschaft in irgendeiner Form Schaden zugefügt haben. Diese Namen werden entlang der Pfade vergeben. Dabei gilt, sie erhalten entsprechend zum Pfad ihres Dienstherren den Pfadnamen:
- Bestrafte im Dienste eines Codex-Begabten heißen Rune,
- im Dienste eines True Sorcery Begabten werden Cinder genannt,
- im Dienste eines Begabten aus dem Path of Nature erhalten Bestrafte den Namen Root
- beim Sacred Path wird Vessel verwendet und
- beim Oathbound Echo.
- Wird der Name komplett verbannt und es gibt keinen Dienstherren (mehr), dann tragen Begabte den Namen Shade (der stark stigmatisierend wirkt; Begabte mit dem Nachnamen Shade erfahren teils mehr Ablehnung und Ausschluss, als Lost Ones).
Sofern die Bestraften (und ihre Nachkommen) nicht durch Eheschließungen wieder zu einem "richtigen" Familiennamen gelangen, wird der Nachname weitervererbt.
- Freiheitsstrafen:
- Freiheitsstrafen werden nur in seltenen, besonders schweren Fällen verhängt, wenn die Straffälligen eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen und ihre magischen Kräfte umfassend gebunden (unterdrückt) werden müssen. Freiheitsstrafen sind immer lebenslänglich.
- Verbannung:
- Verbannung bedeutet, dass die Straffälligen aus den Pfaden der Magie verbannt werden. Sie werden aus ihrem eigenen Pfad ausgeschlossen, können aber gleichzeitig keinem anderen Pfad beitreten. Verbannte gehören zur Gruppe der Lost Ones. D.h. ihre magischen Fähigkeiten sind stark reduziert (siehe Lost Ones).
Magischer Bund
Beim magischen Bund handelt es sich um spezielle Zauber, die die magischen Kräfte der gebundenen Person schwächen.
Nur Mitglieder des
Oathbound Path haben das Wissen und die Ressourcen und Möglichkeiten, einen magischen Bund zu wirken, der die magischen Kräfte einer anderen Person langfristig (dauerhaft) schwächen kann.
Jeder magische Bund ist immer individuell: Das betrifft sowohl die Wirkungsweise als auch die Durchführung, die Bedingungen, an die der Bund geknüpft ist und die spezifischen Inhalte.
Je mächtiger und umfassender ein magischer Bund sein soll, desto mehr Begabte müssen ihn wirken und desto aufwendiger ist die Durchführung.
Beispiele:
- absoluter Bann:
Die magischen Kräfte derjenigen, die lebenslange Freiheitsstrafen absitzen, werden immer absolut gebunden. D.h. sie können de facto keine Magie wirken.
- limitierender Bund:
In den meisten anderen Fällen, bei z.B. Dienststrafen, werden limitierte magische Bünde gewirkt. D.h. die magischen Kräfte werden eingeschränkt, limitiert und es gelten eine Reihe von Bedingungen für die Magiewirkung. Oft werden die magischen Kräfte auch insgesamt geschwächt.
Das Wissen um die Magischen Bünde, mit denen magische Kräfte limitiert oder völlig unterdrückt werden können und mit denen magische Kräfte an eine andere Person (Dienstherren) gebunden werden können, ist eines der
Geheimnisse des
Oathbound Path. Auch innerhalb des Oathbound Path ist nicht jedes Mitglied in dieses Geheimnis eingeweiht oder besitzt die entsprechenden magischen Fähigkeiten (Training, Können, Know-How, usw.). Oft besitzen nur jene, die beruflich diese magischen Bünde umsetzen, umfassende Kenntnisse und die Fähigkeiten, diese magischen Bünde zu wirken.
Hinweis: Ein magischer Bund ist kein magischer Pakt (Bargain).