Menschen ohne Magiebegabung
Those without magic see the world as it pretends to be—never knowing the shadows have teeth, or that the stars are watching.
TL;DR:
- vor über tausend Jahren verschwand die Magie aus der Welt (Timeline) und die Nicht-Begabten vergaßen, dass sie jemals existierte;
- die Welt der Nicht-Begabten hat sich in den letzten Jahrhunderten ohne Magie entwickelt und ähnelt heute einer Lebenswelt, die Europa während der Frühindustrialisierung des 18. Jahrhunderts ähnlich ist;
- Die letzten Versuche, die Nicht-Begabten über die Existenz von Magie aufzuklären, endeten in der Hexenverfolgung, der viele nicht-begabte Frauen und Männer zum Opfer fielen;
- Beziehungen zwischen Begabten und Nicht-Begabten sind nicht verboten, aber selten von längerer Dauer, da eine gemeinsame Alltags- und Lebensgestaltung zuweilen sehr schwierig ist;
- Kinder erben immer die magische Veranlagung der Mutter;
Menschen ohne Magiebegabung haben keinen Zugang zur Magie. Sie können Magie
nicht sehen, spüren oder auf irgendeine Art und Weise wahrnehmen. Magie ist für sie quasi unsichtbar. Sie können von Magie betroffen sein, wenn sie z.B. verzaubert werden oder magische Tränke zu sich nehmen. Was auch immer unbegabte Menschen unter dem Einfluss von Magie erleben, vergessen sie, sobald die Magiewirkung verklungen ist.
Es bedarf keiner gesonderten Geheimhaltung der Magie, da Nicht-Begabte Magie einfach nicht wahrnehmen können. Man kann direkt vor ihrer Nase zaubern und sie würden es einfach nicht registrieren.
Nach dem
Verschwinden der Magie vor über tausend Jahren geriet auch das Wissen um Magie sehr schnell in Vergessenheit. Heute ist Magie nur noch ein Konstrukt aus Märchen und Legenden. Es ist nicht real. Soweit die Unbegabten wissen, war Magie auch nie real.
Ehe die Magie aus der Welt verschwand, sah das noch ganz anders aus. Damals war Magie fester Bestandteil der Welt. Magiebegabte als auch Nicht-Begabte wussten um ihre Existenz. Nicht-Begabte konnten sie auch miterleben, nur nicht selbst einsetzen. Magie war völlig selbstverständlich und mit der Hilfe von Begabten war das Leben mit Magie eingerichtet.
Dann, mit dem Verschwinden der Magie, sahen sich die Unbegabten neuen, anderen Herausforderungen gegenüber. Das Leben musste nun ganz ohne Magie bestritten werden. Die Nicht-Begabten fanden neue Mittel und Wege, sich ihr Leben und ihren Alltag einzurichten. Dies hat über die Jahrhunderte zu einer Reihe von
technologischen Errungenschaften, wie z.B. Webstuhl und Buchdruck, usw. geführt. Heute gleicht das Leben der Nicht-Begabten dem Stand der Gesellschaften Europas zum Zeitpunkt der
Frühindustrialisierung.
Die Lebenswelten der Begabten und Nicht-Begabten haben sich über die Jahrhunderte in völlig andere Richtungen entwickelt. Während in der einen Welt Magie noch immer das Leben prägte, kamen die Nicht-Begabten mit ihren neuen technischen Errungenschaften zurecht. Auch die Gesellschaften, Herrschaftsformen, und das Denken der Menschen hat sich in der Zeit in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
In der Welt der Nicht-Begabten herrscht Aufbruchsstimmung und Fortschrittsoptimismus. Die Dampfmaschine soll ein ganz neues Zeitalter einläuten; ein technologischer Sprung jagt den nächsten. Die Arbeitswelt verändert sich rapide und mit ihr das Leben der Menschen. Diese Entwicklung bringt einige Gewinner mit sich und viele können Profit schlagen - aber die Medaille hat auch eine Kehrseite und mehr Verlierer, als Profiteure. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf. Soziale Probleme verschärfen sich, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für die unteren Schichten werden zunehmend prekär. Ausbeutung steht für die Kapitalisten auf dem Programm und soziale und politische Spannungen zerreißen die Gesellschaft der Unbegabten in Großbritannien.
Entwicklungen, die nicht völlig unbemerkt an den Begabten vorüberziehen, auch wenn sich ihre Lebensweisen in den letzten Jahrhunderten so drastisch voneinander entfernt haben. Über die Jahrhunderte hat sich die magische Gemeinschaft in einer regelrechten
Parallelgesellschaft eingerichtet. Sie haben ihre eigenen Strukturen, Institutionen und Traditionen - aber auch ihre eigenen Probleme (wenn auch sie oft jenen der Nicht-Begabten oft ähnlich sind).
Während die Nicht-Begabten nichts von der Welt der Magie wissen, sind sich die Begabten doch der Existenz der
Anderen bewusst, auch wenn sich die Berührungspunkte in Grenzen halten. Etwas, das weniger politisch gewollt ist, als vielmehr in der
Natur der Magie selbst begründet liegt. Nicht-Begabte haben schlichtweg keinen Zugang zur Magie.
Zwischenmenschliche Beziehungen
Interaktion und Beziehungen zwischen Begabten und Nicht-Begabten sind
nicht verboten oder untersagt. Sie sind möglich, sind aber eher selten. Dies hat viele Gründe. Dazu gehört z.B. die
verlangsamte Alterung der Begabten und der Umstand, dass Magieanwendung in der Gegenwart von Nicht-Begabten zu einer seltsamen
magischen Wechselwirkung führt. Ein Phänomen, das bislang nicht erklärt werden kann.
Magie-Amnesie
In dem Moment, wenn Magie gewirkt wird, kommt es zu einer magischen Wechselwirkung, auf die die Begabten keinen Einfluss haben: Bei den Nicht-Begabten tritt eine magisch ausgelöste milde
Verwirrung auf. Diese äußert sich in vorübergehender und harmloser Orientierungslosigkeit. Die Zauberenden werden nicht mehr wahrgenommen; so, als wären sie plötzlich unsichtbar geworden. Das plötzliche "Verschwinden" inmitten einer Interaktion wird oft als Déjà-Vu, Tagtraumende oder dergleichen durch die Nicht-Begabten wegerklärt. Sie machen einfach in ihrem Alltag weiter, als ob sie nicht gerade noch mit jemandem gesprochen hätten. Die magische Verwirrung verklingt nach einiger Zeit und es bleiben
keine Schäden.
Nachkommen
Kinder erben immer die Veranlagung ihrer Mutter. D.h. wenn die Mutter magisch begabt war, ist es auch das Kind. Wenn die Mutter keinen Zugang zur Magie hat, dann hat es auch das Kind nicht.
Kinder, die aus einer Beziehung zwischen Zauberern und Frauen ohne Magiebegabung hervorgehen, besitzen keine magischen Fähigkeiten und keinen Zugang zur Magie. Diese Kinder können nicht Teil er magischen Welt werden. Das liegt nicht daran, dass da theoretisch kein Platz wäre, sondern sie diese Welt einfach nicht wahrnehmen könnten und ständig in einem Zustand magisch ausgelöster Verwirrung und Orientierungslosigkeit existieren würden.
Wie das Leben der Kinder aussieht, ist sehr individuell und hängt davon ab, inwiefern sich die magisch begabten Väter um Mutter und Kind kümmern - oder eben nicht und sie sich selbst überlassen sind. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist sehr groß. Da Ehen gemäß der Gesetze der Nicht-Begabten nicht verboten sind, kommt es durchaus vor, dass Zauberer Frauen heiraten und tatsächlich Verantwortung für ihre Nachkommen übernehmen, auch wenn diese keine magischen Kräfte besitzen. Genauso oft kommt es vor, dass Mutter und Kind allein gelassen werden (ob die Zauberer von der Schwangerschaft wussten oder nicht). In dem Fall sind die Mütter (und Kinder) sich selbst überlassen.
Auf der anderen Seite, haben die Nachkommen mehr Glück: Je nachdem, in welchen Kreisen und Pfadgemeinschaften sich die magisch begabte Mutter bewegt, kann es sein, dass das Kind, das einen nicht-begabten Vater hat, keine nennenswerte Benachteiligung oder Diskriminierung erfährt. Es ist ein magisch-begabtes Kind. Es hat Zugang zur Magie. In Pfaden, die viel Wert auf Blutlinien legen, kann es zuweilen schwieriger werden, aber da auch hier die Linie der Hexen zählt, ist der Umgang mit den Kindern (und Müttern) sehr individuell und abhängig von ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld. Es gibt keine generelle Stigmatisierung, Ausgrenzung oder soziale Schlechterstellung.
Einweihung und Hexenverfolgung
Es gibt keine Gesetze, die es verbieten würden, Nicht-Begabten davon zu erzählen, dass Magie existiert. Man kann das schon machen. Und dann sieht man, was passiert...
Ein Versuch, die Lebenswelten der Begabten und Nicht-Begabten wieder zusammenzubringen und die Nicht-Begabten über Magie aufzuklären, endete vor einigen hundert Jahren in einer systematischen
Hexenverfolgung auf Seite der Nicht-Begabten, der v.a. viele nicht-begabte Frauen (und einige Männer) zum Opfer fielen. Seither ist man da auch in der magischen Welt eher vorsichtig, was Aufklärung angeht.